Der Unterhaltsvertrag

Die Eltern tragen zusammen die Hauptverantwortung, um für den Unterhalt ihrer Kinder aufzukommen. Jeder Elternteil muss nach seinen Möglichkeiten seinen Teil dazu beitragen. Zum Unterhalt zählen etwa die Betreuung, Pflege und Erziehung des Kindes, aber auch Auslagen für Essen, Bekleidung, Wohnen, Gesundheit, Freizeitaktivitäten oder Kindesschutzmassnahmen. Bei einer Trennung der Eltern soll weiterhin gewährleistet werden können, dass beide Elternteile für den Unterhalt ihrer gemeinsamen Kinder aufkommen.
 
Im Konfliktfall ist der Unterhalt ohne entsprechende Regelung nicht immer gewährleistet. Besonders wenn die Eltern einen getrennten Wohnsitz haben, ist es sinnvoll und empfehlenswert eine Regelung, in Form eines Unterhaltsvertrages, zu erarbeiten. Solche Vereinbarungen werden erst verbindlich, nachdem die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde sie genehmigt hat.

 

Wichtige Bestandteile des Unterhaltsbeitrages

 
Der Unterhaltsbeitrag für das Kind besteht aus drei Elementen:
  • Barunterhalt (direkte Auslagen für das Kind, z.B. Drittbetreuung, Nahrung, Hobbies und Ausbildung etc.)
  • Naturalunterhalt (Betreuungsaufwand für das Kind, der nicht in der Erwerbszeit anfällt)
  • Betreuungsunterhalt (indirekte Kosten der Betreuung, während möglicher Erwerbszeit des hauptbetreuenden Elternteils. Der Betreuungsunterhalt gleicht bis zu einem gewissen Grad ein fehlendes Erwerbseinkommen aus, das dem hauptbetreuenden Elternteil durch die Betreuungszeit entfällt.)

 

Vorteile eines Unterhaltsvertrages

  • Falls der unterhaltszahlende Elternteil zahlungsunfähig wird, kann sofort eine Bevorschussung der Unterhaltsbeiträge beantragt werden.
  • Wer freiwillig einen Vertrag ausarbeiten lässt, hat mehr Mitspracherecht wie z.B. beim Finanzieren eines Hobbies für die Kinder.
  • In der schwierigen Trennungszeit und auch danach ist der Unterhalt klar geregelt.
  • Durch die Genehmigung der zuständigen KESB, ist das Interesse des Kindes gewährleistet.

 

Finanzierung

Wenn beide Elternteile Sozialhilfe beziehen, ist es unnötig einen Vertrag auszuarbeiten, weil dann nur ein Manko ausgewiesen werden kann und somit das Oberamt keine Bevorschussungen genehmigt.
 
Wenn ein Elternteil Sozialhilfe bezieht und der andere Elternteil ist erwerbstätig, ist es in den meisten Fällen im Interesse der Sozialhilfe das ein Vertrag erstellt wird. In einem solchen Fall wird die Rechnung dem sozialhilfeempfangenden Elternteil gesendet, welcher dann die Rechnung zur Bezahlung an den zuständigen Sozialdienst weiterleitet.
 
Wenn ein geringes Einkommen vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit für ein Härtefallgesuch. Wenn man die Voraussetzungen erfüllt werden bis zu 80 % (Fr. 1’120.00) der Kosten durch den Adolf-Schläfli-Fonds übernommen. Der Restbetrag von Fr. 280.00 muss von den Eltern übernommen werden. In der Beilage erhalten Sie weitere Informationen zum Härtefallgesuch.
 
Es gilt jene Person als Auftraggeber/in, welche/r die Anmeldung unterzeichnet. Der Kostenträger ist immer die auftraggebende Person. Die Aufteilung der Kosten untereinander ist Sache der Eltern. Sobald die auftraggebende Person die Rechnung beglichen hat, bitten wir Sie um eine Zahlungsbestätigung.

 

Voraussetzungen um einen Unterhaltsvertrag ausarbeiten zu lassen

  • Die Eltern sind bereit gemeinsam und fair einen Vertrag ausarbeiten zu lassen.
  • Die Eltern können möglichst stressfrei miteinander kommunizieren.
  • Die Eltern sind bereit Fr. 1‘400.00 inkl. MwSt. zu investieren (max. 4 Kinder).

 

Weiteres Vorgehen

  1. Wenn Sie sich gemeinsam dazu entscheiden einen Vertrag ausarbeiten zu lassen, füllen Sie bitte die Anmeldung aus und senden Sie diese zusammen mit den benötigten Unterlagen an folgende Adresse:
 
adesso – Soziale Arbeit in der Familie GmbH
Ziegelfeldstrasse 1
4600 Olten
  1. Nachdem wir die Anmeldung erhalten haben, senden wir Ihnen eine Rechnung in der Höhe von Fr. 1‘400.00 zu. Sobald die Rechnung beglichen ist, werden wir den Vertrag mit den vorhandenen Daten vorbereiten und Sie gemeinsam zu einem Gespräch einladen.
  1. Wenn beide Elternteile mit den Berechnungen einverstanden sind, wird der Vertrag erstellt und zur Unterschrift vorgelegt. Danach werden sämtliche Unterlagen sowie die Berechnungen und der Vertrag der zuständigen Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zur Genehmigung übergeben. Bei einem positiven Ergebnis erhält jeder Elternteil einen genehmigten Unterhaltsvertrag inkl. Berechnungsblätter zugestellt.

 

Die Unterhaltsklage an das Gericht

Falls sich die Eltern nicht einigen können, kann der Kindesunterhalt gerichtlich eingeklagt werden. Bei einer Klage werden soweit nötig, auch über andere Themen wie das Sorgerecht, die Betreuung und der persönliche Verkehr entschieden.

 

Anmeldung inkl. Info's

Infoblatt Härtefall Gesuch

Härtefall Gesuch